Lassen Sie sich die Geschichte der Goldschmidts erzählen:
Die Familien Goldschmidt hatten ein bescheidenes Handelsgeschäft mit ländlichen Produkten. Als dieses
Geschäft sich wirtschaftlich kaum noch lohnte, zog einer der Brüder Goldschmidt nach Marburg. Der andere Bruder handelte in sehr geringem Umfang mit Vieh, Fellen, Borsten, Haaren,
Flachs, Leinen, Metallen und Zigarren. Seine Tochter Julie Goldschmidt wurde am 15. 5. 1869 geboren und seine Tochter Susanne Goldschmidt am 18. 6. 1878.
Für die Unterbringung seiner Familie und seines Geschäfts kaufte er das Haus in der Josef-Kohlschein-Straße 28 von der jüdischen Erbengemeinschaft Berg.
Er spezialisierte sich auf den Handel mit Antiquitäten.
In der Novemberpogromnacht blieb das Haus verschont.
Die beiden Schwestern wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert. Susanne wurde dort kurz nach ihrer
Ankunft am 10. 9. 1942 ermordet. Julie wurde ein halbes Jahr später am 5. 2. 1943 ermordet.