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Marktstraße 13

Wittgenstein, Louis und Lina, Julia, Selma, Dorina, Sophie, Emma, Rosalie (Rosa), Iwan, Harry und Alfred

Wittgenstein, Julia (Julie)

Haus in der Marktstraße 13 Wohnhaus der Wittgensteins, früher Café Eulenspiegel.

Die Familie Wittgenstein lebte in der Marktstraße Nr. 13 in der Neustadt, im Haus „Café Eulenspiegel“. Der Vater Louis Wittgenstein führte dort einen Leder- und Möbelhandel. Das Haus Wittgenstein wurde an die Familie Fischer verkauft, die dort das Café Eulenspiegel betrieb.

Julia (Julie), älteste Tochter und geb. 1862 in Warburg, wurde im Kaufvertrag ein lebenslanges Wohnrecht zugesichert. Doch sie fühlte sich 1938 nicht mehr sicher in Deutschland und zog am 8. 7. desselben Jahres zu ihren Verwandten nach Amsterdam. Doch nach dem Einmarsch der Deutschen in die Niederlande 1940 wurde auch sie aufgegriffen und in das Sammellager Westerbrok gebracht. Von dort wurde sie 1943 nach Sobibor deportiert und dort im selben Jahr ermordet.

Rosa Wittgenstein und Joseph Cohen Rosa Wittgenstein und Joseph Cohen (Foto: privat).

Der Vater Louis Wittgenstein (1834 – 1919) und seine Frau Lina, geb. Berg, (1837 – 1909) führten dort einen Leder- und Möbelhandel. Rosa Wittgenstein wurde am 4. 12. 1867 als sechstes Kind der Familie geboren. Sie ging nach Amsterdam und lernte dort Joseph Cohen kennen. Am 19. Februar 1889, heirateten sie in Rosas Geburtsstadt Warburg und eröffneten dort ihre 1. Filiale, einen Haubenladen, im Haus Marktstraße 13. Die Eröffnung eines kleinen Textilgeschäftes für Woll- und Strumpfwaren, das sie „Maison de Bonneterie“ nannten, erfolgte sodann in Amsterdam. Dort wurden sie dann zum Königlichen Hoflieferanten.